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Widerstand des Textes - Lesung mit Gespräch

Literaturforum der Katholischen Erwachsenenbildung Bayreuth

 

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"Es genügt nicht, alles, was der Fall ist, die Fülle des Realen,
zu versammeln und zu sagen: Ich bin dagegen." ( Rede Herbert Wiesner)

"Der Roman Anders von Hans Joachim Schädlich ist - kein Roman.
So fängt es schon an, das feine Gewebe aus Sein und Schein, das
vom Projekt zweier soeben pensionierter Männer handelt. Der Ich-
Erzähler und sein letzter Freund Awa erzählen sich recherchierte
Geschichten zu falschen Identitäten." (Ulrike Draesner liest aus “Anders oder:
Hatte ich nicht schon genug gesagt?”)

Ein Gedicht nimmt sich das Recht, die Dinge so zu denken und zu sehen,
wie sie nie zuvor bedacht und gesehen worden sind, und lädt den Leser,
seinen Partner, dazu ein, es ihm gleichzutun. (Jan Wagner liest "Die Sandale
des Propheten")

 

 

Innere Bewegungen

Seit der "Widerstand des Textes" in meinem Geiste Fuß gefasst hatte, erschienen neue Gedanken und Einsichten - und jede Menge Fragen. Was die Lektüre des Buches bei mir bewirkt hat, erläutere ich an drei Beispielen.

1 Widerstand gegen (vorgegebene) innere Texte

Ich entdeckte innere Texte, Argumentationsketten, Gedankenmuster, die mir plötzlich suspekt erschienen. "Wo kommen diese Gedanken her? Sind das meine? Entsprechen sie meinen tieferen Überzeugungen?" Eine Auseinandersetzung mit meiner eigenen Gedankenwelt und Texten, die ich "fertig" in mir trage, begann. Immer mehr Redensarten und Redewendungen wurden erst fragwürdig, dann inakzeptabel. Ich wurde vorsichtiger, schweigsamer, allmählich auch scharfzüngiger.

Ich übte mich beim Schreiben in Skepsis und Genauigkeit. Undurchdachtes, Unreflektiertes verwarf ich und schliff an inneren Texten, die von Erfahrung durchtränkt waren. Ich hütete mich vor Leichtsinn. Ich spürte es, wenn die liebevolle Seele in mir flüsterte.

2 Klärung der Gegensätze

Mir wurde klarer bewusst, dass ich nicht selten Phrasen, Höflichkeitsfloskeln, unverbindliche Allgemeinplätze verwendete, wenn mir substanzielle, originelle Worte nicht zu Gebote standen. Um zu bewerten, Resonanz zu geben, einer Empfindung Ausdruck zu verleihen, einen Sachverhalt darzustellen, bediente ich mich oft des ersten besten Wortes. Ich merkte nun deutlicher, wie unbeholfen, unvollkommen, fern der lebendigen Tatsachen die Satzbildung häufig bei mir ablief, mechanisch, wie vorprogrammiert..

Zu anderen Zeiten spürte ich, dass meine Worte mit dem Erlebten kommunizierten, in Einklang gerieten, einen Funken Realität transportierten. Mein Herz war voll, mein Mund ging über. Gründliche Gedanken häuften sich, heilsame Ideen stellten sich ein.

Diese unterschiedlichen Sprechweisen wurden mir durch das Studium von "Widerstand des Textes" bewusst. Ich lernte, meine Phrasen zu respektieren und von meiner befreiten, geläuterten Rede zu lernen.

Wolfram Stutz

 

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