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27.06.2013 “ Rosen in der Weltliteratur”

Momente von hohem Niveau - dichte Sprache, von virtuosen Stimmen gesprochen

Zu jedem Text findet sie den passenden Tonfall, hier sinnlich reizend, da nchtern didaktisch, bald vital und entschlossen, dann wieder sanft flsternd - in professionell unbeirrbarer Art und Weise zeigt sich Ella Schulz. Sie hat ihre Stimme in der Gewalt.

"Diese Rose, von heimlichen Kssen schwer, sieh, das ist unsere Liebe"

Weich und zrtlich, mit herzerwrmender Innigkeit rezitiert E.S. Christian Morgenstern und weckt Hrgefhle von hchster Qualitt.

"Betrb nicht mit Gedanken dein klares Liebes-Auge"

Mit eindringlich-belehrender Intonation schpft E. S. den Imperativ aus und bringt seine Brisanz schneidend zur Geltung. Sein oder Nichtsein hngt davon ab, ob wir dem klaren Blick der Liebe folgen oder ihn verdstern lassen von zweifelnden Gedanken.

Klaus Kstner trgt "Die hungrige Rose" von Ahmad Rashid Thani mit profunder Intensitt vor. Ein Frhling, der auf der Trschwelle sitzt, eine Rose, die unsere Finger verspeist, der Duft der Schatzkammern, der ber unseren Schultern schwebt - das sind Bilder, die, indem Klaus Kstner sie ausspricht, zu Ikonen werden. - An einer zauberhaften Stelle vermag Kstner dem Publikum einen Seufzer der Seligkeit zu entlocken. Bedchtig, authentisch, voll innerer Ruhe liest er: Wir haben uns gefunden voll Hunger und haben uns gebissen wie das Feuer uns beit, Wunden uns hinterlassend. Aber warte auf mich, bewahre mir deine Se: Ich werde dir auch eine Rose schenken. - Die Rhrung, die durch Kstners gelungene Interpretation des Gedichtes von Pablo Neruda geweckt wird, ist mit Hnden greifbar.

"Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen", sagte der Fuchs. "Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens fr das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist fr deine Rose verantwortlich ..."

"Ich bin fr meine Rose verantwortlich ...", wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

Die Rosen-Passage aus "Der kleine Prinz" kommt wie neu geboren ber ihre Lippen. Whrend der Fuchs im Munde von Ella Schulz mit vitaler Schrfe und Entschlossenheit seine Lehren darlegt, reagiert der kleine Prinz (im selben Mund) mit einem ehrfrchtigen Echo. Am Ende allerdings, im Schluss-Satz, wird die kompakte Festigkeit einer irreversiblen Erkenntnis sprbar. Der spontane, strmische Beifall des Auditoriums zeigt: Die Worte sind angekommen!

Ritsos liest sie mit zitternder Hingabe, die dem Publikum unter die Haut geht. Whrend "Dein Krper ist ein Rosenblatt" einem erotischen Flstern gleicht, versieht Ella Schulz den zweiten in Athen 1980 verfassten Text "Unter ihrem Kleid ist sie nackt" mit einem klassisch meditativen Auftakt, ohne schwrmerischen Unterton, ohne geknstelte Romantik, sachlich nchtern. Mit Festigkeit in der Stimme schreitet sie Zeile fr Zeile voran und verleiht dem Gedicht des Griechen erst in den letzten drei Zeilen den nunmehr erforderlichen erotischen Schimmer: "So ist sie nackter noch - mit dieser einen Rose zwischen den Brsten".

Wolfram Stutz wrdigt Jewtuschenko, Strindberg, Transtrmer und Proust, indem er deren Texte vehement, mit Leidenschaft vortrgt und tiefgrndig deutet.

Das Auditorium, in konzentrierter Stille und sinnlicher Empfnglichkeit verweilend, umhllt die Darbietungen mit einer besonderen Aura der Wertschtzung. Ein herzlicher Dank an alle!

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